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Chancen und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte (ePA) speziell für die Pflege

  • Autorenbild: Christian Zeise
    Christian Zeise
  • 18. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Chancen der ePA für die Pflege


1. Ortsspezifischer Datenzugriff bei Pflegeeinsätzen

Mit der ePA erhalten Pflegekräfte zeitnah Zugriff auf wichtige Gesundheitsdaten – etwa Medikationslisten, Arztbriefe oder Befunde, sofern die Patientin oder der Patient die Daten freigibt. Die Daten stehen direkt am Einsatzort zur Verfügung. VHS Baden-Württemberg+5Bagfw+5Wikipedia+5DIE WELT


2. Bessere interprofessionelle Versorgung

Durch die ePA können Pflegekräfte, Ärzt:innen und Apotheken nahtlos zusammenarbeiten – Medienbrüche werden reduziert und die Versorgung wird effizienter. SpringerLinkDie Techniker


3. Entlastung der Alltagspraxis

Weniger Rückfragen zu mangelnder Dokumentation oder fehlenden Befunden. Der strukturierte Zugriff spart Zeit: weniger Papier, weniger Telefonate, mehr Zeit für die pflegerische Tätigkeit. BMG+15BPA+15DIE WELT+15


4. Stärkung pflegerischer Handlungskompetenzen

Pflegekräfte können verstärkt am Behandlungsprozess teilnehmen – zum Beispiel durch Beobachtung von Symptome, Hinweise auf Medikationsabweichungen oder Abstimmung bei Pflegeplanungen. edoc.ub.uni-muenchen.de


5. Rolle in Prävention und Langzeitpflege

Die ePA ermöglicht einen kontinuierlichen Überblick über Patientenverläufe – etwa bei chronischen Erkrankungen oder geriatrischer Betreuung – und unterstützt präventive Pflegeanpassungen. BPA+15PMC+15edoc.ub.uni-muenchen.de+15


Herausforderungen der ePA für die Pflege


1. Technische Infrastruktur und Anbindung

Viele Pflegeeinrichtungen – insbesondere ambulante Dienste oder kleinere Heime – sind technisch nicht flächendeckend an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden. Das verzögert den praktischen Nutzen. Gematik+1


2. Datenschutz, Zugriffsrechte & Sicherheit

  • Die ePA speichert hochsensible Gesundheitsdaten. Sicherheitsstudien machten Schwachstellen deutlich, die noch nicht vollständig ausgeräumt sind. krankenhaus-it.de

  • Patientinnen behalten zwar Kontrolle über Sichtbarkeit, aber gesetzliche und technische Verantwortung bleibt oft unklar – insbesondere bei Mitarbeiter:innen in Pflegeeinrichtungen. WikipediaSpringerLink


3. Schulungsbedarf und digitale Kompetenzen

Viele Mitarbeitende benötigen Begleitung beim Umgang mit ePA-Schnittstellen, Authentifizierung per Gesundheitskarte (eGK) und Apps. Schulungen sind bisher selten strukturiert in Pflegeberufen verankert. krankenhaus-it.de+15Bagfw+15VHS Baden-Württemberg+15


4. Geringe Nutzung & Akzeptanz

Zwar wird die ePA seit Januar 2025 standardmäßig angelegt – doch viele Versicherte nutzen sie nicht aktiv, oder verstehen die Vorteile nicht. Darunter leidet auch der Nutzen im Pflegekontext. DIE WELT+6BMG+6Die Techniker+6


5. Unvollständige Berücksichtigung pflegerischer Inhalte

Die ePA enthält vor allem medizinische Dokumente – Pflegeberichte, soziales Umfeld oder Maßnahmenplanung werden häufig gar nicht aufgenommen. Das limitiert die Relevanz für die Pflegeplanung. SpringerLinkPMC


Ausblick: Entwicklungsbedarf bis 2025

  • Ab Juli 2025 müssen alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen Voraussetzungen für ePA-Zugriff erfüllen. Damit soll ein zeitnaher Zugriff für Pflegekräfte ermöglicht werden. Bagfw

  • Sprachliche Informationen, Zugang über mobile Geräte und Desktop-Zugriff (Web) sollen ab Mitte 2025 leichter möglich sein. Wikipedia


ree

Für die Pflege kann die ePA ein bedeutender Fortschritt sein, um:

  • Informationen besser und ortsnah verfügbar zu machen,

  • Zeit im Pflegealltag zu sparen,

  • und pflegerischen Handlungsspielraum zu stärken.

Damit sie aber wirklich im Pflegealltag ankommt, sind notwendig:

  • Technische Ausstattung (TI-Anbindung, WLAN, Geräte),

  • Schulungskonzepte für Pflegekräfte,

  • klare rechtliche Regelungen zu Zugriffsrechten und Verantwortlichkeit,

  • sowie eine stärkere Berücksichtigung pflegerischer Inhalte in der ePA-Struktur.

 
 
 

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