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Personalbemessung in der Pflege –Anspruch und Wirklichkeit

  • Autorenbild: Christian Zeise
    Christian Zeise
  • 10. Okt.
  • 2 Min. Lesezeit

Die Einführung der PPR 2.0 in Kliniken und die Diskussion um Personaluntergrenzen markieren einen wichtigen Schritt: Endlich gibt es Bewegung bei der Frage, wie viele Pflegekräfte tatsächlich gebraucht werden. Doch der Jubel bleibt verhalten – denn während in Krankenhäusern erste Systeme greifen, steht die Langzeitpflege weiterhin im Schatten.


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Ein Flickenteppich statt verbindlicher Standards

Während im Akutbereich zumindest modellhafte Instrumente implementiert werden, herrscht in der stationären und ambulanten Pflege Planungsunsicherheit. Einrichtungen wissen nicht, woran sie sich orientieren sollen: Wie viele Pflegekräfte sind angemessen? Welche Qualifikationen werden berücksichtigt? Und wer übernimmt am Ende die Finanzierung?


Folgen für die Praxis

Das Fehlen einer klaren, rechtlich verankerten Personalbemessung hat konkrete Konsequenzen:

  • Pflegekräfte arbeiten dauerhaft am Limit, weil die Schichtbesetzungen nicht realistisch geplant werden können.

  • Patientensicherheit und Pflegequalität geraten in Gefahr, wenn Überlastung zur Normalität wird.

  • Fachkräfte fliehen aus dem Beruf, da sie das Gefühl haben, die Verantwortung für unlösbare Aufgaben zu tragen.


Politische Lippenbekenntnisse reichen nicht

Verbände wie der DBfK oder Fachmedien wie Springer Pflege und PflegePortal berichten übereinstimmend: Es braucht verbindliche Vorgaben für alle Versorgungsbereiche – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Personalbemessung darf kein Feigenblatt bleiben, sondern muss messbar, überprüfbar und finanzierbar sein.


Der blinde Fleck: Langzeitpflege

Gerade in der Altenpflege klafft die Lücke am deutlichsten. Bewohnerinnen und Bewohner haben Anspruch auf eine würdige, professionelle Versorgung. Doch solange die Politik hier auf Zeit spielt, wird sich die Situation nicht entspannen. Die Pflege alter Menschen darf nicht länger die Verliererin im Wettbewerb um Ressourcen sein.

Die PPR 2.0 zeigt: Es gibt Instrumente, um den tatsächlichen Personalbedarf sichtbar zu machen. Doch solange die Umsetzung nur halbherzig erfolgt und ganze Versorgungsbereiche ausgeklammert bleiben, bleibt der Anspruch einer sicheren Personalbemessung ein Stückwerk. Wer es ernst meint mit Qualität und Zukunft der Pflege, muss für verbindliche Standards in allen Sektoren sorgen – und für deren solide Finanzierung.

 
 
 

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