🧭 Der verlorene Kompass – Wie eine Pflegeeinrichtung durch werteorientierte Arbeit neuen Halt findet
- Christian Zeise
- 8. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Juli

Pflege am Limit – und dann? In einer norddeutschen Pflegeeinrichtung war der Alltag längst zur Belastung geworden: Überstunden, Frust, fehlender Austausch im Team. Dienstpläne dominierten die Gespräche, das „Warum“ hinter der Pflege ging im „Wie“ des Alltags verloren.
„Ich war nicht müde von der Arbeit – ich war müde, weil ich mich nicht mehr gesehen fühlte.“ So beschreibt es Katja, Pflegefachkraft seit 18 Jahren. Auch Auszubildende wie Jana fragten sich zunehmend, ob sie im richtigen Beruf gelandet waren.
Der Wendepunkt: Wertearbeit mit Tiefgang
Statt neuen Tools oder mehr Effizienz kam etwas ganz anderes ins Haus: WertGesund – ein Ansatz, der nicht Symptome bekämpft, sondern an die Wurzel geht.
In einem mehrteiligen Workshop machten sich Mitarbeitende aus Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft und Verwaltung gemeinsam auf die Suche: Was ist uns wirklich wichtig?
Was zunächst wie eine einfache Übung begann, entwickelte eine unerwartete Kraft. Werte wie Würde, Respekt, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Mitgefühl wurden geteilt – viele merkten erst da, wie ähnlich ihre inneren Antriebskräfte sind.
„Ich dachte, wir seien zu verschieden – aber innerlich ticken wir gleich.“(Christine, Betreuung)
„Ich hatte Angst, dass wir die Würde verlieren – bei den Bewohner:innen und bei uns selbst.“(Pflegehelferin)
Ein neuer Kompass entsteht
Aus den Gesprächen entstanden vier zentrale Werte, die seither den Alltag prägen:
Wir achten die Würde jedes Menschen – auch in stressigen Momenten.
Wir schützen unsere Gesundheit – körperlich, seelisch, im Miteinander.
Wir sprechen offen – auch wenn es unbequem ist.
Wir handeln mit Herz, nicht nur mit Verstand.
Diese Leitsätze hängen nicht nur im Pausenraum – sie leben im Team. In Gesprächen. In Entscheidungen. Im Umgang miteinander.
Wirkung im Alltag
Die nächste kritische Situation ließ nicht lange auf sich warten: Ein Engpass im Frühdienst, eine kurzfristige Krankmeldung – doch diesmal war es anders.
„Früher hätte jeder gemeckert. Jetzt haben wir uns abgestimmt – und es hat funktioniert.“(Jana, Auszubildende)
„Ich merke, dass ich mich wieder traue, Dinge anzusprechen.“(Mark, Hauswirtschaft)
In der Folge sank die Zahl der Krankmeldungen. Die Stimmung im Team verbesserte sich spürbar. Und Bewerber:innen fragten im Vorstellungsgespräch gezielt nach den „gelebten Werten“.
Fazit: Gesund führen heißt Werte leben
WertGesund ist kein weiteres Projekt. Es ist ein innerer Wandel – hin zu einer pflegefreundlichen, mitarbeiterorientierten und gesunden Kultur.
„Wir sind nicht perfekt – aber wir haben wieder einen Kompass. Und wir nutzen ihn gemeinsam.“(Einrichtungsleitung)
🟡 Mehr über unsere Wertearbeit in der Pflege: www.wertgesund.com
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Alle Namen sind geändert!



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